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Ökomesse, Erste-Hilfe-Bereitschaft und Ausbau der Partnerschaft
– Liederbacher in Pietrowice Wielkie –

Nach Notizen von Uwe Rethmeier, Beisitzer im Vorstand des Freundeskreis Europäische Partnerschaften Liederbach e.V., mit Fotos von Robert Mann und Lukas Kubiczek
(um die Ladezeiten der Bilder vertretbar zu halten wurden die Bilder im WEB-Format entsprechend verkleinert gespeichert. Wenn Interesse besteht können wir natürlich die Bilder zusätzlich auf einer eigenen Seite im Originalformat einstellen. Bitte sprechen Sie uns an).

Versprochen – gehalten
Im Februar dieses Jahres hatten Reinhold Hofmann, Robert Mann und Wolf Cayenz von der Ortsvereinigung Liederbach des Deutschen Roten Kreuzes in der Partnergemeinde Pietrowice Wielkie (Groß Peterwitz) einen Erste-Hilfe-Lehrgang für 20 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und zwei Mitarbeiter der örtlichen Arztpraxis durchgeführt (wir berichteten).
Wie den polnischen Freunden im Februar versprochen, fuhren alle drei DRK-Kameraden nun wieder nach Pietrowice Wielkie, um dort Bereitschaftsdienst bei der Ökomesse zu leisten. Glücklicherweise mussten nur leichte Verletzungen behandelt werden, so war z. B. ein Mann in einen Nagel getreten. Mit ihrer Einsatzkleidung und dem DRK-Fahrzeug ernteten die Liederbacher Rotkreuzler viele neugierige Blicke und anerkennende Worte von Messebesuchern und –ausstellern und waren beliebtes Fotomotiv.

Ökomesse – vom gewagten Pilotprojekt zur jährlichen Großveranstaltung
Die inzwischen elfte Ökomesse am 7. und 8. Mai kann ohne Übertreibung als Großveranstaltung bezeichnet werden: mit 120 Ausstellern aus den Bereichen Bauwesen, Landwirtschaft, Solartechnik u.v.m. Daneben gab es auch Fachkonferenzen zu Umweltthemen, wie z. B. Senkung von Energieverbrauch und Emissionen, Niedrig-Energie-und Passivhäuser, Erzeugung und Nutzung alternativer Energien und nachwachsender Rohstoffe im gewerblichen, kommunalen und privaten Bereich, Biogasanlagen. Vorgestellt wurden auch lokale und regionale Förderprogramme.

Volksfest mit ernstem Hintergrund
Viele tausend Besucher strömten nach Pietrowice Wielkie, um sich über die aktuellen Entwicklungen im Umweltbereich zu informieren, aber auch, um bei einem Familien- Picknick die zahlreichen kulturellen Angebote zu nutzen, zu essen, zu trinken und zu tanzen. Kinder aus der Gemeinde Pietrowice Wielkie verkauften gemeinsam mit den Eltern gebackenen Kuchen, Schüler führten Tänze, lustige Szenen und fast schon professionelle musikalische Darbietungen auf. Vertreten waren auch schlesische Kabarettisten und die in Polen seit vielen Jahren populäre Rockgruppe KOMBII.
Zeitweise stauten sich die Autos auf der Zufahrtsstraße zurück bis in die ca. 10 km entfernte Kreisstadt Raciborz. Polizei, Feuerwehr und Ordnungskräfte waren schwer beschäftigt, den Massenandrang auf den Straßen und auf dem Gelände der Ökomesse zu bewältigen.

Auch die Störche schauten zu
Viele Besucher nutzten die Aussichtsplattform des neuen modernen Verwaltungs- und Konferenzgebäudes der Gemeinde, um aus luftiger Höhe das rege Treiben der Ökomesse zu bestaunen, Fotos zu schießen und dabei einen Blick auf die vier Störche zu erhaschen, die das Nest auf dem Schornstein des Gebäudes bewohnen. Übrigens können die Störche über eine Webcam im Internet beobachtet werden: (http://www.pietrowicewielkie.pl/site/index/7/news/304).

Die Partnerschaft entwickelt sich
Uwe Rethmeier und Eckhard Vollmer, die für den Freundeskreis Europäische Partnerschaften Liederbach e.V. mit nach Groß Peterwitz gefahren waren, nutzten die Ökomesse auch, um mit den mittlerweile zahlreichen Freunden zu sprechen, die immer wieder überwältigende Gastfreundschaft zu genießen und konkrete weitere Maßnahmen im Rahmen der Partnerschaft zu diskutieren.
Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Partnerschaft auch von Jugendlichen aus den beiden Gemeinden erlebt und gelebt werden soll.
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Kelkheimer Zeitung vom 26. Mai 2011 entnommen

Erste-Hilfe-Lehrgang für polnische Partnergemeinde
Polnische Rettungssysteme und Rechtsvorschriften haben vor kurzem drei ehrenamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes aus Liederbach unter die Lupe genommen. Robert Mann, Reinhold Hofmann und Wolf Cayenz hatten sich auf den weiten Weg nach Pietrowice Wielkie gemacht, um innerhalb eines Erste-Hilfe-Lehrgangs in der Partnergemeinde unter der Leitung von Ausbilder Robert Mann 20 Feuerwehrangehörige und zwei Mitarbeiter der ortsansässigen Arztpraxis zu schulen.
Die lebensrettenden Maßnahmen standen im Vordergrund der Ausbildung. Dabei wurde sowohl die Beatmung als auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung gelehrt. Auch der Umgang mit einem Automatischen externen Defibrilator (AED) wurde an dem vom Freundeskreis Städtepartnerschaften mit entsandtem Wolf Cayenz demonstriert und geübt.
„Gerade die ersten Sekunden nach einem Unfall sind entscheidend für den weiteren Genesungsprozess des Verunglückten“, weiß Mann.
„In Pietrowice Wielkie dauert es jedoch nach Absetzen des Notrufes bis zum Eintreffen professioneller Hilfe nicht selten mehr als 60 Minuten, da die Rettungsmittel von weit her anfahren müssen. Hier gibt es keine Hilfsfristen wie in Deutschland“, macht Mann den Unterschied klar.
Geübt wurden auch die Versorgung von stark blutenden Wunden,
Verbrennungen und Verätzungen sowie die fachgerechte Abnahme des Helmes vom verunglückten Motorradfahrer. Als Dolmetscherin fungierte die Lehrerin und Mitarbeiterin der Gemeinde Pietrowice Wielkie, Monika Schattke.
Mit von der Partie war auch der Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes Liederbach, Reinhold Hofmann, der innerhalb der Partnerschaftspflege die Gründung einer Dependance des Polnischen Roten Kreuzes in Pietrowice
Wielkie plant.
Zum nächsten großen Ereignis in Pietrowice – der großen Öko-Messe am 7. und 8. Mai – wird es wohl noch nicht so weit sein, aber die Liederbacher planen bereits ihre Unterstützung mit Sanitätsdiensten, wenn die rund 5.000 Messegäste in die kleine Gemeinde „einfallen“.
Es fotografierte Robert Mann.
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Kelkheimer Zeitung vom 03. März 2011 entnommen

60 Minuten bis der Rettungsdienst kommt
DRK unterstützt die Freunde in Polens Partnerstadt
Die Fachleute gaben jetzt vom 18. - 21. Februar 2011 einen Lehrgang in Pietrowice Wielkie. Zudem wird die Gründung einer Rote-Kreuz-Gruppe vorbereitet.

Einsatz in Polen: Der Liederbacher Wolf Cayenz spielt den Patient, Robert Mann (rechts) erläutert den Feuerwehrleuten und Arzthelferinnen den Umgang mit dem Defibrilator. Foto: DRK

Kaum zu glauben: Wenn ist der polnischen Partnerstadt Pietrowice Wielkie ein Notruf abgesetzt wird, kann es im schlimmsten Fall gut 60 Minuten dauern, bis professionelle Hilfe eintrifft. «Wenn man einen Herzinfarkt kriegt, ist man dann vermutlich schon verstorben», malt Robert Mann vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Liederbach ein schreckliches Szenario. Zwar gebe es im Krankenhaus im knapp zehn Kilometer entfernten Ratibor einen Rettungswagen, doch nicht immer sei dieser sofort verfügbar, weiß der Fachmann aus Deutschland. Auch gebe es keine gesetzlichen Hilfsfristen wie in Deutschland. Immerhin: Den Notruf 112 gibt es inzwischen in Polen.
Unter anderem um auch solchen Problemen vorzubeugen leistet das Liederbacher DRK derzeit in Polen «Entwicklungshilfe». Größtes Projekt der Mannschaft um den Vorsitzenden Reinhold Hofmann ist der Aufbau einer Rote-Kreuz-Truppe in Pietrowice Wielkie. Einige Gespräche gab es bereits. Inzwischen liegt sogar ein entsprechender Entwurf für das Projekt vor, der aus dem Polnischen noch übersetzt werden muss. Zudem wollen die Initiatoren mit den Ersthelfern in Ratibor Kontakt aufnehmen, wo es ein solches Angebot bereits gibt.

Kein Defibrilator
Deutlich konkreter war die Unterstützung der Liederbacher vor wenigen Tagen: Robert Mann, Reinhold Hofmann und Wolf Cayenz waren zu einem Erste-Hilfe-Lehrgang in Polen. Gemeinsam schulten sie 20 Feuerwehrleute und zwei Mitarbeiter der Arztpraxis im Ort. «Die lebensrettenden Maßnahmen standen im Vordergrund der Ausbildung. Dabei wurde sowohl die Beatmung als auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung gelehrt», berichtet Mann. Auch wurde der Umgang eines AED (Automatischer externer Defibrilator) demonstriert und geübt. «Leider gibt es in Pietrowice Wielkie bisher noch keinen solchen Defibrilator. Wobei der plötzliche Kreislaufstillstand eine der Haupttodesursachen in Europa ist. Bei sofortiger Hilfeleistung mit einem AED-Gerät könnten viele dieser Verletzten gerettet werden», weiß Robert Mann. Vielleicht sei es eine Möglichkeit, jetzt Spenden zu sammeln, um den Menschen in Polen ein solches teures Gerät zu verschaffen. Zudem wurden die Versorgung von stark blutenden Wunden sowie die Hilfe bei Verbrennungen und Verätzungen ausgiebig geübt. Damit die Verständigung klappte, übersetzte die polnische Gemeindemitarbeiterin Monika Schattke die Erläuterungen. Mit der Schulung seien jetzt immerhin die Brandschützer ausgiebig geschult worden, um im Ernstfall entsprechend handeln zu können. «Es hat den Menschen sehr viel Spaß gemacht, sie waren aber auch schon sehr fit», freut sich Robert Mann. Somit sind die Polen noch besser vorbereitet auf die große Ökomesse am 7. und 8. Mai, wenn bis zu 5000 Menschen in Pietrowice Wielkie erwartet werden. Auch die Liederbacher DRK-Leute überlegen, ihre Freunde aus dem Nachbarland zu unterstützen. wein (wein)
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung dem Höchster Kreisblatt vom 01. März 2011 entnommen

Liederbacher besuchen Pietrowice Wielkie zum Erntedankfest (27. - 29. August 2010)
Der Arbeitskreis Polen im Freundeskreis Europäische Partnerschaften Liederbach e.V. hat auch in diesem Jahr eine Reise zum Erntedankfest der Partnergemeinde Pietrowice Wielkie organisiert. Die Peterwitzer waren zwar etwas enttäuscht, dass nur 14 Liederbacher gekommen waren – sie hatten mit 50 gerechnet - aber umso herzlicher war der Empfang. Groß-Peterwitz richtete in diesem Jahr am 29. August das Erntedankfest für die ganze Woiwodschaft Śląsk (Schlesien) aus. Dementsprechend groß war die Anzahl der Repräsentanten aus Politik und gesellschaftlichem Leben.
Das offizielle Fest begann am Sonntag um 9 Uhr mit einem Umzug verschiedener Pferdefuhrwerke (eines wurde allerdings von Rindern gezogen) durch die üppig geschmückte Gemeinde. Uns Liederbacher hatte man auf zwei Wagen komplimentiert. Vor einen davon waren zwei Braune gespannt, die sehr edel aussahen, sich aber äußerst temperamentvoll gebärdeten. Um sie zu beruhigen, hielten es die beiden Wagenlenker auf dem Kutschbock schließlich für geraten, bei einem Halt auszuscheren und einen weiten Bogen über abgeerntete Felder und gemähte Wiesen zu fahren, ehe sie sich wieder in den langen Zug einreihten. Alles ging gut und um 12 Uhr begann unter dem großen Zeltdach der Festgottesdienst, den der Oppelner Bischof Andrzej Czaja unter Assistenz zahlreicher Geistlicher hielt. Zuvor waren die Erntekronen der teilnehmenden Gemeinden von farbenfroh gekleideten. jungen Frauen herangebracht worden. Diese Kronen sind wahre Kunstwerke, die jedes Jahr neu geschaffen werden. Nach der Messe wurden kleine duftende Brotlaibe als Symbole für die gelungene Ernte gesegnet und an die Teilnehmer verteilt.
In der großen Sporthalle war inzwischen die Mittagstafel für 500 geladene Gäste festlich gedeckt worden. Wie wir es schon bei früheren Gelegenheiten erlebt hatten, übernahmen Schülerinnen aus den höheren Klassen mit Eifer und Geschick die Bedienung bei Tisch. Es gab das traditionelle „Sonntagsessen“ mit Nudelsuppe, Klößen, Blaukraut, Rouladen und anderem Braten.
Zum Rahmenprogramm des Festes gehörte eine Ausstellung verschiedener Tauben-, Huhner- und Kaninchenrassen. Darbietungen volkstümlicher Kleinkunst samt entsprechender Musik sorgten am Nachmittag und frühen Abend für Abwechslung und Unterhaltung. Zwischendurch nutzten manche Liederbacher die Gelegenheit zu privaten Besuchen oder zu Abstechern zur 2 km entfernten Schrotholzkirche und zum in Renovierung befindlichen Schloss im Ortsteil Krowiarki. Gegen 22 Uhr beendete ein schönes Feuerwerk die offizielle Feier.
Für die Liederbacher hatte es ja schon am Sonnabend als einen besonderen Programmpunkt einen ganztägigen Ausflug nach Wisła (Weichsel) in den schlesischen Beskiden gegeben. Leider wurde das Vergnügen durch fast unablässigen Regen getrübt. An eine Wanderung in der schönen Landschaft, die sich hinter Wolken und Nebel versteckte, war nicht zu denken. Umso ausgiebiger lernten wir das Beskiden-Museum kennen, wo uns eine begeisterte und fachkundige Führerin die Kultur dieser Gegend mit Erklärungen und traditionellen Gesängen nahe brachte. Wieder in Groß-Peterwitz zurück, haben wir dann nach dem gemeinsamen Abendessen mit unseren Gastgebern auch gesungen. Vielleicht entwickelt sich da eine Tradition, denn Liederbacher haben ja schon bei einem früheren Besuch ihr gesangliches Können unter Beweis gestellt.
Das besondere Erlebnis war aber auch diesmal die herzliche und ungekünstelte Gastfreundschaft. Wer schon einmal oder sogar öfter dort war, traf alte Freunde und die Erstbesucher fanden neue. Sprachliche Hürden gibt es kaum, denn viele Peterwitzer sprechen oder verstehen wenigstens deutsch. Man wurde umsorgt und zum Abschied mit Geschenken bedacht. Die privaten Kontakte, die sich oft zu echten Freundschaften entwickeln, sind ja der wahre Gewinn der gemeindlichen Partnerschaften; man muss sie nur pflegen.
Wie die Peterwitzer das Wetter manipulierten, bekamen wir nicht heraus. Aber es klappte. Am Sonntag erzielten sie eine heitere Schonzeit nach dem Regen der vorangegangenen Tage. Bis Montag reichten ihre Künste allerdings nicht; bei unserer Heimfahrt goss es wieder ohne Hemmungen. Die Herren Hofmann und Vollmer, die auf der ganzen Reise hinter dem Steuer unserer beiden Kleinbusse saßen, waren aber auch diesen Naturgewalten gewachsen.
Hinweis: Welfhard Niggemann, Vorsitzender des Liederbacher Fotoclubs, wird beim nächsten deutsch-polnischen Stammtisch am 22. September um 20 Uhr in der Liederbachhalle dankenswerterweise Bilder von der Reise zeigen.
Von polnischer Seite liegen im Internet unter www.naszraciborz.pl/aktualnosci/art/10/11250.html entsprechende Berichte vor.
Liederbach, 03.09.2010, Dr. Margarete Peters, Beisitzerin im Vorstand

Die Liederbacher Gruppe mit einigen Gastgebern. In der obersten Reihe dritter von links: Andrzej Wawrzynek, Bürgermeister von Groß-Peterwitz
Altarraum während der Messfeier. Im Vordergrund einige der großen Erntekronen
Teil der Wagenkolonne während des Umzuges am Sonntagmorgen