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| Die Chemie stimmte trotz Verspätung Wein und Champagner: Wie Liederbach vor 25 Jahren zur französischen Partnerstadt Villebon gefunden hat Freundeskreis ehrt die Gründer des Vereins, der die Kontakte nach Frankreich knüpfte. Liederbach. Genau 25 Jahre ist es nun her, dass eine Truppe Liederbacher den Freundeskreis deutsch-französische Partnerschaften aus der Taufe hob. Anlass waren die Verschwisterungsaktivitäten mit dem Städtchen Villebon. Nun feierten die Mitglieder das Jubiläum des mittlerweile in Freundeskreis Europäische Partnerschaften (FEP) umbenannten Vereins. «Ich hatte bereits durch einen Schüleraustausch guten Kontakt nach Frankreich und wollte diesen auch für die nachfolgenden Generationen gerne ausbauen», erzählt Ursula A. Diehl, die das Vereinslogo entworfen hat. «Wer Musik liebt, der muss den Klang der französischen Sprache lieben», betont Mitbegründerin Dagmar Wengeler, die Französisch studiert hat. «Ich habe während meines Studiums eine ganze Weile in Frankreich gelebt und war in Liederbach Vorsitzende des Sozial-, Jugend-, Sport- und Kulturausschusses», erzählt Barbara Bailly. Daher war sie bestrebt, etwas für die deutsch-französische Freundschaft und zugleich für ihr Ressort zu tun. Gründe für ein Engagement gab es viele. Doch bis zur Verschwisterung mit Villebon war es eine Odyssee. Eine Partnerstadt in Frankreich zu finden, war nicht so leicht. «Sie sollte auf jeden Fall in der Nähe einer Weingegend liegen», sagte Liederbachs ehemaliger Bürgermeister Gerhard Lehner, als Barbara Bailly eine Verschwisterung Liederbachs mit einer französischen Gemeinde ins Gespräch brachte. Doch auch die Chemie sollte stimmen, und die Partnerstadt sollte Liederbach gerne ein wenig ähnlich sein. Löwenbergs Adressen Die erste Stadt, die sie besuchten, war ein Reinfall. «Die Chemie stimmte nicht», berichtet Barbara Bailly. Der damalige Landrat Bernward Löwenberg hatte aber noch zwei Adressen parat. Es ging wieder nach Frankreich, doch die kleine Gemeinde nahe Paris ließ sich nicht finden. «Als wir drei Stunden zu spät ankamen, begrüßten uns die Menschen in Villebon strahlend und mit reichlich Champagner», erinnert sich Barbara Bailly. Bei der anderen Adresse begrüßten die Franzosen die Liederbacher hinter einem Tisch verbarrikadiert, der wie eine Grenze wirkte. So fiel die Entscheidung für Villebon. Bevor die Liederbacher die Städtepartnerschaft vom 20. bis 22. September in Villebon besiegelten, gründeten sie am 17. April 1985 den Freundeskreis deutsch-französische Partnerschaft. Bei der Gründungsversammlung dabei waren neben dem Vorsitzenden Carl Ficke, Barbara Bailly, Dagmar Wengeler, Ursula Diehl und Gerhard Lehner auch Friedhelm Foerstemann, Ursula Engelhard, Gerhard Metschies, Hans-Jürgen Huemke, Heike Janßen, Günther Beine, Heinz-Dieter Färber und Margret Tarrach. Mittlerweile sind zu Villebon noch die Partnerstädte Frauenwald in Thüringen, Verwood in England, Saldus in Lettland und Pietrowice Wielkie in Polen dazu gekommen. Das Verschwisterungsjubiläum feiern Deutsche und Franzosen vom 24. bis 26. September in Villebon. Im nächsten Jahr wird die Verschwisterung dann nochmal in Liederbach gewürdigt. jcd jcd Der Artikel von Julia Dünzl wurde dem Höchster Kreisblatt vom 27. April 2010 entnommen. Danke für die freundliche Genehmigung. Die nachfolgenden Fotos haben wir selbst aufgenommen |
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Das Gruppenfoto zeigt von links nach rechts: Dagmar Wengeler, Gerhard Lehner, Heike Janßen, Barbara Bailly,Ursula A. Diehl, Dr. Günther Beine, Hans-Jürgen Huemke, Carl A. Ficke. |
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v.l.n.r.: Dr. Günther Beine (EUROPA-Union), Carl A. Ficke, Hans Schmidt-Wackenroder (Amateurfunker) |
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Carl A. Ficke |
Ein viertel Jahrhundert Partnerschaft mit Villebon |
| (ds). Das Bild von einer großen Familie zeichnete der Vorsitzende Carl A. Ficke beim Empfang zum 25jährigen Jubiläum des Freundeskreis Europäische Partnerschaften Liederbach (FEP). Vom Gemeindevorstand, der Gemeindevertretung – den Großeltern – über die Eltern – den über 50 Gründungsmitgliedern des Vereins – bis hin zu den Kindern – den heutigen über 110 Mitgliedern hätten alle kräftig mitgewirkt an den lebendigen Städtepartnerschaften, die mit Villebon ihren Anfang nahmen - und tun es noch heute. Einen anschaulichen Rückblick auf die Anfänge der Jumelage mit Villebon gab die ehemalige Vorsitzende Barbara Bailly, die vor 27 Jahren Vorsitzende des Sozial-, Kultur- und Sportausschusses war. „Es war nicht viel los damals in den Bereichen Soziales und Sport, es lief alles“. Also konzentrierte sie sich auf den Bereich Kultur. „Es war das Zeitalter der Verschwisterungen“, erinnert sie sich – und Liederbach hatte noch keine Städtepartnerschaft. Nach einem erfolglosen Versuch mit einer kleinen Gemeinde im Beaujolais nahe Lyon, hat der damalige Landrat Bernhard Löwenberg, der an der Jumelage von Bad Soden mit Rueil- Malmaison beteiligt war, uns schließlich geholfen und zwei Gemeinden sozusagen zur Auswahl vorgeschlagen. Als ‚Himmelfahrtskommando’ starteten wir - Heinz Markwart, Arthur Pliester, Gerhard Lehner, Friedhelm Foerstemann, Karl-Heinz Wehrle und Karin Oswald als Dolmetscherin an Board und ich - dann am 12. Mai 1983 wieder Richtung Frankreich - und fanden am Ende Villebon nicht, Navis gab es ja damals noch nicht. Als wir am Ende doch viel zu spät angekommen sind, haben uns alle mit strahlenden Gesichtern und mit Champagner empfangen. Gerhard und Gérard (Nevers) passten sowohl vom Namen her als auch optisch gut zusammen – damals waren sie alle noch rank und schlank“, schmunzelt Bailly. „Villebon verhielt sich zu Paris wie Liederbach zu Frankfurt, auch das passte gut. Dann der erste Besuch der Villebonesen in Liederbach, das zweite gegenseitige Beschnuppern. „Jetzt konnten wir das aber nicht allein bestimmen – unsere Vereine mussten auch befragt werden. Also haben wir die Vorsitzenden alle in einen Bus gepackt und haben uns aufgemacht nach Villebon. Das war wie ein Sack Flöhe hüten“, erinnert sich Barbara Bailly. „Als wir dann wieder nach Liederbach wollten, fehlten fünf Mann – die haben wir dann schließlich in der Autobahnraststätte gefunden, wo sie ihre übrigen Francs in Champagner anlegten“. Bei der großen Verschwisterungsfeier im September 1985 in Villebon ein tolles Fest in einem großen Zelt mit allem Drum und Dran, sogar ein Feuerwerk gab es. Dann die Gegeneinladung: „Grie Soß“ oder Kalbsröllchen, das war hier die Frage. Gerhard Lehner entschied: Grüne Soße, das ist authentisch. „Das kam weder bei den Franzosen gut an – alles auf einem Teller – noch bei den Liederbachern, denn Kräuter waren aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe gerade völlig out“, berichtet Barbara Bailly. Aber auch die Grüne Soße konnte die Villebonesen nicht abschrecken: die Verschwisterung wird bis heute mit Begeisterung gelebt, viele Freundschaften haben sich über die Jahre entwickelt. Auch „Enkelkind“ Eva Söllner würdigte den Start der Jumelage 1985 als großen Schritt Richtung Europa und verglich die insgesamt fünf Städtepartnerschaften mit einer Matroschka-Puppe, wo immer noch ein neues kleines Püppchen drin versteckt ist, die sich aber nun nicht mehr vermehren sollten. Schließlich müssten die Partnerschaften auch mit Leben gefüllt werden. Für ihr Engagement lobte sie besonders Sigrid Grether und Gerhard Lehner und natürlich auch Carl Ficke, der der Partnerschaft mit Villebon immer wieder neue Impulse gegeben habe. „Ich kann mir nur wünschen, dass alle anderen Partnerschaften die gleiche Qualität erreichen wie die mit Villebon“, so die Bürgermeisterin. Für 13 Mitglieder, die seit Gründung dabei sind, gab es zum Dank eine Ehrenurkunde, die neun davon auch entgegennahmen. Die Geehrten: Barbara Bailly, Dr. Günther Beine, Ursula A. Diehl, Carl A. Ficke, Hans-Jürgen Huemke, Heike Janssen, Gerhard Lehner, Dagmar Wengeler. Nicht dabei sein konnten Ursula Engelhard, Heinz-Dieter Färber, Friedhelm Foerstemann, Dr. Gerhard Metschies und Margret Tarrach. |
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Horst Schleich fotografierte das Bild mit Gerhard Lehner und Carl Ficke mit Kindern auf der Rathaustreppe beim zweiten Partnerschaftstreffen, anlässlich des Ballonwettbewerbs damals. Der Ballon von Volker Keil flog damals am weitesten, erinnert sich Carl Ficke. |
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Barbara Bailly |
Der Artikel und die Fotos (beides von Dolores Schatten) wurden der Kelkheimer Zeitung vom 29. April 2010 entnommen. Danke für die freundliche Genehmigung. |
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